
Der Neubau der Fachhochschule Bielefeld wird eine Hauptnutzfläche von rund 31.500 Quadratmetern haben. Die Gesamtbaukosten von rund 180 Millionen Euro werden aus Mitteln des Hochschulmodernisierungsprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.
Offenheit und Transparenz
Die Förderung der interdisziplinären Ausrichtung durch ein Angebot offener Kommunikationsflächen ist Teil des angestrebten Charakters der neuen Fachhochschule Bielefeld. Die Übertragung des Leitbildes der Fachhochschule soll zu einem Gebäude führen, das sich in besonderem Maße durch seine Offenheit und Transparenz auszeichnet und zugleich durch seine innere Organisation die interne und externe Kommunikation nachhaltig fördert. Dazu gehören anpassungsfähige Nutzungs- und Raumstrukturen, verschiedene Innenhöfe und sichtbare Forschungs- und Laboreinheiten.
Im Bereich des zukünftigen zentralen Campusplatzes ist ein Nebeneingang mit Foyer angesiedelt, der es ermöglicht, Audimax und Konferenzbereich auch zeitlich unabhängig vom übrigen Lehrbetrieb zu nutzen. Am geplanten Theaterlabor kann ein kleiner Innenhof mit einbezogen werden.
Das gesamte Gebäude ist barrierefrei erschlossen. Gestaltungs- und Nutzungsanforderungen standen unter dem Vorbehalt von Ökonomie und Effizienz; Bewirtschaftungsqualität und -kosten wurden eingehend geprüft. Eine intelligente Haustechnik berücksichtigt Fragen nach der optimalen Energetik. Nach den städtebaulichen Vorgaben wird eine Tiefgarage mit etwa 1.050 Plätzen errichtet.
Parallel zum Einzug im Herbst 2013 wird die neue Mensa im Ersatzneubau Universitätsstraße zur Verfügung stehen. Fachhochschule und Universität werden die Mensa künftig gemeinsam nutzen; dort können pro Tag 7.500 Essen ausgeben werden. Zur Versorgung der Studierenden im Fachhochschulkomplex sind eine Cafeteria mit erweitertem Speisenangebot sowie Flächen für Kleingastronomie und Handel vorgesehen.
Wettbewerb für Generalplaner
Der vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Bielefeld, im Juni 2008 initiierte Wettbewerb für Generalplaner wurde mit der Entscheidung des Preisgerichts am 16. März 2009 abgeschlossen. In einem EU-weiten offenen Auswahlverfahren waren 18 Teilnehmer für den beschränkten Wettbewerb für Generalplaner ausgewählt worden.
Das Juryvotum war einstimmig. Den Neubau der Fachhochschule Bielefeld plant das Büro Auer+Weber+Assoziierte GmbH, Stuttgart/München. Die Projektsteuerung liegt bei Ernst & Young Real Estate GmbH, Düsseldorf. Die Projektleitung verantwortet die Bielefelder Niederlassung des BLB NRW.
Das Preisgericht
Das Preisgericht tagte in nicht-öffentlichen Sitzungen am 13. und 14. Januar 2009 und fällte seine Entscheidung am 16. März 2009. Mitglieder waren:
Städtebaulicher Wettbewerb
Dem Generalwettbewerb für die Fachhochschule Bielefeld war ein städtebaulicher Wettbewerb zur Entwicklung eines neuen Campus Bielefeld vorausgegangen. Dieser Wettbewerb schuf die Grundlage für das folgende Bebauungsplanverfahren, das Baurecht auf dem Campus Nord sicherstellte.
Am 22. Juni 2007 hatte das Preisgericht den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs bestimmt. Die Städteplaner/Architekten Döll - Atelier voor Bouwkunst b.v., Rotterdam, Niederlande, und GTL Gnüchtel Triebswetter Landschaftsarchitekten, Kassel, setzten sich im offenen Bewerbungsverfahren gegen vier weitere Teams durch. Durch das kooperative Wettbewerbsverfahren war auch die Öffentlichkeit intensiv in die Planungen eingebunden worden.