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Foto Campus Bielefeld

[Bielefeld, 19. März 2013]

Konsequente Weiterentwicklung eines einmaligen Gebäudes

Milliarden-Bau-Projekt „Universitäts-Modernisierung“: Entscheidung zur Leitidee und zum 1. Bauabschnitt gefallen

Am 19. März 2013 hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB NRW) gemeinsam mit der Universität Bielefeld den Masterplan für die Modernisierung des Universitätshauptgebäudes (UHG) vorgestellt. Dieser bedeutet die richtungsweisende Entscheidungen zur zukünftigen Architektur und Technik des Hauptgebäudes der Universität Bielefeld sowie Vorentwurf für den ersten Bauabschnitt. Bestandteil dieses ersten Bauabschnittes ist die Neugestaltung des Haupteingangs, die Planung eines neuen Bauteils mit Service-Center und die Modernisierung der bestehenden Bauteilen K, R, S und J sowie anteilig der Bauteile A und B.

Das Hauptgebäude der Universität Bielefeld muss grundlegend saniert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen finanziert dabei eine Kernsanierung und Modernisierung, die weit über Reparaturen hinausgeht. In sechs Bauabschnitten wird das Gebäude bis auf den Rohbau rückgebaut. Die folgende komplette Modernisierung und die notwendigen begleitenden Maßnahmen (Ersatzneubau, Neubau für die experimentelle Physik, Entwicklung Campus Bielefeld) umfassen Investitionen von rund einer Milliarde Euro.

Wie kaum an einer anderen deutschen Hochschule hängt die erfolgreiche Entwicklung der Universität Bielefeld mit ihrer Architektur und der Struktur des 1969 entwickelten Hauptgebäudes zusammen. Das Gebäude mit seiner hohen Verdichtung und Vernetzung von vielen Funktionen, den kurzen Wegen und die zentrale Universitätshalle stiften die bauliche Identität und Unverwechselbarkeit der Universität Bielefeld. Die Modernisierung bietet die einmalige Chance diese Struktur für anspruchsvolle Forschung, Lehre, Service und Verwaltung weiterzudenken.

Daneben waren die zentralen Aufgaben für die Planer:

  • Die Struktur des Gebäudes mit dem Grundsatz der Vernetzung, Verflechtung und Verdichtung weiterzuentwickeln.
  • Die Eingangssituation neu gestalten, so dass ein einladendes Entree entsteht.
  • Eine neuzubauende Erweiterung des UHG mit integriertem Service Center zu entwickeln.
  • Die zentrale Universitätshalle als verbindendes und kommunikatives Forum erhalten.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW hat ein VOF-Verfahren (VOF=Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen: enthält Detailvorschriften zur Vergabe von Liefer-, Dienstleistungs- und Bauaufträgen) mit vorangehendem Teilnahmewettbewerb für die Modernisierung des Universitätshauptgebäudes der Universität Bielefeld durchgeführt. Teil dieses Wettbewerbs war auch die alternative Ideenfindung zu den genannten Hauptthemen. Im Gegensatz zum reinen Architekturwettbewerb liegt der Fokus in einem VOF-Verfahren auf einer ganzheitlichen Betrachtung - es werden architektonische, funktionale, finanzielle und organisatorische Aspekte bewertet.

Das VOF-Verfahren wurde mit der Beauftragung des Arbeitsgemeinschaft RKW/Meyer (Rhode – Kellermann – Wawrowsky, Architektur + Städtebau und Meyer-Architekten GmbH) aus Düsseldorf als Objektplaner und Planer für weitergehende Fachplanungen beendet. Neben der ausgeprägten hohen Funktionalität überzeugte der Entwurf von RKW/Meyer das Wertungsgremium insbesondere durch die städtebauliche Idee, die Universität über einen neuen terrassenartig ansteigenden Vorplatz und einen deutlich vergrößerten Haupteingang zu Stadt zu öffnen. Hierdurch werden zukünftig neue Einblicke in die innere Halle des UHG ermöglicht. Dieser neue Haupteingang verknüpft Innen und Außen gut. Der Vorplatz überwindet den Höhenunterschied zwischen den jetzigen Parkplatzflächen und der zentralen Halle im UHG einladend und großzügig.

Das Universitätshauptgebäude wird auch zukünftig geprägt durch die Halle als verbindendes Element und zentraler öffentlicher Ort. Die gefundene Lösung sieht eine Aufweitung der Halle mit einer durchgehenden Deckenhöhe, einer transparenten Dachkonstruktion und mehr Offenheit zu nebenliegenden Funktionen (bespw. Bibliothek) und zum Außenbereich vor.

An der Stelle der abzureißenden bisherigen Mensa (zieht in den Ersatzneubau an der Universitätsstraße um) und dem bisherigen Frauenparkplatz entsteht ein vorgelagerter Neubauteil, der Vorplatz, Eingang und Halle verbindet. Die ansteigenden Terassen des Außenbereiches setzen sich im Inneren des Baus über verschiedene Ebenen barrierefrei fort. Hier befindet sich zukünftig das neue Service Center, in dem die zentralen Servicedienstleistungen und Beratungsangebote der Universität Bielefeld für Studierende, Studieninteressierte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Gäste zusammengefasst werden. Durch diese Zentralisierung der Angebote bereits in der ersten Phase der Modernisierung wird der vielfältige Services – insbesondere für Studierende – auch während der folgenden Bauabschnitte sichergestellt.

Zitate

Die Bielefelder Themen Verknüpfung, Vernetzung und Halle werden mit dem Entwurf richtig weiterentwickelt. Der Neubauteil, der Haupteingang und die Leitideen schaffen differenzierte und trotzdem großzügige Ordnungen.

Dipl.-Ing. Architekt Heinrich Micus
Leiter Niederlassung Bielefeld,
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW


Die Umsetzung dieses gelungenen Entwurfs wird eine organisatorische und logistische Herausforderung für alle Beteiligten. Die bewährte Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld macht uns zuversichtlich für unser gemeinsames Jahrhundertprojekt. Dabei spielen auch die Architektur- und Ingenieurpartner, die wir ausgesucht haben, eine entscheidende Rolle.

Dipl.-Ing. Reinhold Peter
stellvertretender Leiter Niederlassung Bielefeld,
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW


Der Entwurf berücksichtigt in besonderer Art die Identität der Universität Bielefeld. Die Architekten und Planer werden unsere Universität nicht grundlegend verändern, sondern werden sie für das 21. Jahrhundert fortentwickeln, an einigen Stellen ergänzen und insgesamt ihren Charakter stärken. Dies gelingt ihnen sehr überzeugend.

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer
Rektor der Universität Bielefeld


Dies ist der entscheidende Schritt für die Modernisierung der Universität Bielefeld. Wir danken dem Land Nordrhein-Westfalen, dass es die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt und uns damit eine einmalige Chance eröffnet. Dank auch an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Hans-Jürgen Simm
Kanzler der Universität Bielefeld


Architekten-Arbeitsgemeinschaft RKW/Meyer

RKW
Rhode Kellermann Wawrowski Architektur + Städtebau gehört zu den führenden deutschen Architekturbüros und beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter. Das Büro verzeichnet seit seiner Gründung vor rund 60 Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Das Spektrum umfasst Büro- und Verwaltungsbauten, Hochhäuser, Shopping Center, Warenhäuser und Wohnungsbauten genauso wie Nutzungskonzeptionen, Produktentwicklung, Produktdesign und Generalplanung. Im Hochschulbau ist RKW aktuell in zahlreiche Bauprojekte unter anderem an der RWTH Aachen, der Universität Essen oder beim Neubau der Fachhochschule Hamm-Lippstadt beteiligt.

Meyer Architekten GmbH
Das Büro Meyer Architekten GmbH wurde 1955 gegründet und beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt des Büros liegt im Bauen für Wissenschaft und Forschung insbesondere in der Realisierung (Neubauten und Sanierungen) technisch hoch installierter Laborgebäude. Das Büro ist überwiegend für öffentliche Auftraggeber tätig.

Daten, Kosten, Termine

Flächen:

UHGrund 145.000 m² (HFN)(rund 25 Fußballfelder)
1. BArund 30.000 m² (HNF) (rund 4,5 Fußballfelder)

Zeiten (nach bisherigem Planungsstand):

Gesamtgepl. Bauzeit 1.-6. BA: rund 12 Jahre
1. BAgepl. Bauzeit: rund 3 Jahre (ab 2014)

Fragen zum Marketingkonzept beantwortet:
Giovanni Fusarelli
Projektleitung Wissenschaftsbüro

Bielefeld Marketing GmbH
Wissenschaftsbüro
Willy-Brandt-Platz 2
33602 Bielefeld
Tel. 0521/ 51 21 13
Fax 0521/ 51 61 63
giovanni.fusarelli(at)bielefeld-marketing.de


Zukünftiger Eingangsbereich der Universität Bielefeld mit Neubau (Blick aus Nordost)(RKW/Meyer)
Zukünftiges Service Center (Neubau)(RKW/Meyer)
Zentrale Halle der Universität Bielefeld (Blick nach Westen)(RKW/Meyer)